Louise – out now

Miriam Hanika und Anns Martens

5. März 2021

🌷 Louise 🎈

Louise ist ein Lied über Zerbrechlichkeit, über das Mensch-Sein – ganz besonders aber ein Lied über das Frau-Sein und über die Bedeutung von Freundschaften und der gegenseitigen Unterstützung von Frauen.

Louise war eine für ihre Zeit sehr fortschrittliche Frau, durchlebte den zweiten Weltkrieg, legte sich mit Soldaten an, stritt mit Politikern, wurde von einem Pferdewagen überrollt und blieb lange ledig, weil „der Richtige“ sie nicht heiraten durfte. Jedes einzelne einschneidende Ereignis hinterließ blaue Flecken und Narben, aber Louise war zäh und stark. Sie inspirierte eine ganze nachfolgende Generation in ihrer Familie dazu, den Mund aufzumachen und sich zusammen zu tun.

Für mich persönlich ist Louise meine Urgroßtante und ein ganz persönlicher Schutzengel. Auf der Suche nach weiblichen Strukturen und Vorbildern auf einem künstlerischen und selbstbestimmten Weg, stößt man als Frau auch heute noch schnell an Grenzen. Es gibt sie nicht, die Komponistin, die Liedermacherin, die Oboistin des 20. Jahrhunderts, aber es gab und gibt eine ganze Menge starke Frauen da draußen, die man sich zum Vorbild machen kann. Man muss sie nur ein bisschen suchen. Ich habe gesucht – und Louise gefunden.

Gedreht wurde „Louise“ in Arzberg in der ehemaligen Porzellanfabrik. Ein Ort der Zerbrechlichkeit und Schönheit vereint wie kein anderer, der authentisch ist und voller Geschichte – so wie Louise. Ich danke allen Beteiligten, dass ihr, in einer für Künstler sehr schweren Zeit, die Veröffentlichung von „Louise“ gemacht habt.

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Musik&Text: Miriam Hanika

Gesang, Oboe, Klavier: Miriam Hanika
Tanz: Anna Martens
Video: Thomas Redekekse
Location: Porzellanfabrik Arzberg

Gitarre: Paul Brändle
Cello: Shoko Matsuyama
Bass: Peter Cudek
Drums: Simon Popp

Recording&Mixing: Simon Popp
Mastering: Christoph Stickel

Ein riesiges Dankeschön außerdem an Konstantin Wecker und Sturm & Klang – und meine Crowdfunder ❤️

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Louise

Louise, ich geh fort, 
Weit, weit weg ein letzter Blick zurück.
Wieder liegen meine Träume zerbrochen auf dem Boden und du sagst,
„Scherben bringen Glück.“

Träume aus teurem Porzellan,
Frei von jedem Zauber der sie einst zusammenhielt,
Und du fragst mich: „Siehst du nicht wie das Licht,
Dort wo viel zerbrochen ist, in jede dunkle Ecke fließt?“

Louise, du bist so ein Optimist,
Louise, woher kommt deine Zuversicht?

Louise was zerbrochen ist, das wird nicht wieder heil,
Ich schaffe das bestimmt kein zweites Mal,
Ich wollte längst oben bei den Gipfelkreuzen stehn,
Und nicht in diesem menschenleeren Tal.

Und Louise sagt: „Denkst du wirklich dass du dort,
Ganz weit oben findest was du brauchst?
Wenn du nicht einmal hier zwischen all diesen Scherben,
An deine lang geträumten Träume glaubst.“

Louise, ich wär so gerne mehr wie du,
Louise, warum sind mir Träume nicht genug?

Und Louise sagt „Ich könnte mich den ganzen Tag beklagen,
Mich immerzu entrüsten und beschwern,
Jetzt komm nach Hause und lass uns etwas wagen,
Und gemeinsam hauchen wir ein neues Leben in die Scherben.“

Und wir holen einen Besen und eine Tube Leim,
Und mit der Zeit fange ich zu kleben an,
Und irgendwann dann frag ich mich was wär hätte ich noch etwas mehr,
Von diesem teuren Porzellan.

Louise, das wird ein buntes Mosaik,
Louise, Scherben bringen Glück.

©Miriam Hanika, 2020

2 Kommentare

  1. Louise gibt Kraft, die Realität zu akzeptieren. Und das mit besonderem Text, Tanz und Musik. Wunderschön 😀

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    • Danke dir Vera, genauso ist dieses Lied gemeint. Wenn man die Realität akzeptieren kann, hat man zumindest wieder die Chance, etwas Schönes aus ihr heraus entstehen zu lassen 🙂

      Antworten

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