Manchmal stolpert man beim Aufräumen über etwas, von dem man gar nicht mehr wusste, dass es existiert.
Man sieht es sich an und erinnert sich. Vermutet, ohne genauer hinzuschauen, dass es nicht wertvoll genug ist, um es länger aufzubewahren.
Dann schaut man genauer hin, zoomed mit der Lupe der Gegenwart in die Vergangenheit, legt wie ein Archäologe die eigenen Gedanken frei und entdeckt etwas, was man im Hier und Jetzt oft übersieht: einen Moment, der perfekt gewesen ist – und das ganz ohne Plan, ohne Zwang, ohne Erwartungen.
Echt, warm, herzlich. So war dieser Moment im Studio vor mehr als drei Jahren, dessen Mitschnitt ich völlig vergessen hatte: Kreide auf Asphalt.
Ein zerbrechliches Lied in seiner Anlage, weil es mich auf die Vergänglichkeit von Allem gestoßen hat – von geliebten Menschen, Dingen, Wesen und mir selbst.
Ich habe diese Aufnahmen vor einigen Tagen wieder gefunden und war beim Anschauen den Tränen nah. Nach und nach habe ich aus den zwei herrlich verwackelten Videospuren etwas gebastelt, was sich vom Wegwerf-Material zur allerschönsten Erinnerung mauserte.
Die Vergänglichkeit, sie lässt uns leben. Wenn wir uns trauen, sie zu beobachten, können wir so viel Wunderbares in ihr entdecken. Dann ist jeder Tag kostbar und jede Sekunde ein Geschenk.


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